Tag 22, 23 & 24: Die Berge rufen!

Liebe Freunde,

der Tag 21 endete in Argeles sur Mer mit einem schönen Essen und wir haben morgens ein tolles Frühstück genossen und uns pseudo-sportlermässig Rühreier in den Bauch geschlagen, damit wir auch in Sachen Essen auf die Berge vorbereitet waren.

Die ersten Steigungen liessen auch nicht lange auf sich warten und es ging hoch auf die Anhöhe und dann runter bis ans Meer in das wunderschöne Collioure. Nach einer kurzen

Pause für Fotos (Claudia) und Kartenkontrolle (Olli) ging es mit bester Laune weiter. Schon diese Strecke hätte ich noch vor vier Wochen unmöglich geschafft ohne abzusteigen und jetzt zockelten wir beide beinahe gemütlich über die Strecke.

"Le  Cottage" in Argeles sur Mer

“Le Cottage” in Argeles sur Mer

Coullioure

Coullioure

Und so ging es auch weiter. Immer wieder hoch und runter mit knackigen Steigungen und ebenso knackigen Abfahrten. Die Landschaft war entsprechend spektakulär und ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich das sagen würde: Es war ein ganz toller Fahrradtag! An einem der höchsten Punkte kam dann der offizielle Grenzübergang und wir waren in Spanien. Nach etwa 1700 Kilometern Fahrtstrecke von Bonn.

Last views on France

Last views on France

Spain!!

Spain!!

Bis Llança waren es dann noch etwa 20 Kilometer – die wiederum mit Steigungen und Abfahrten gespickt waren. Falls jemand mal nach Llança kommt – Ihr solltet unbedingt versuchen im Fonall Mari zu essen. Ein tolles kleines Restaurant mit liebenswerter Bedienung und ausgezeichnetem Essen – ein absolutes Highlight!

Von Llança ging es am Tag 23 nach Palamos – die Etappe war eher flach. Allerdings mussten wir dafür erst einmal ein letztes Mal eine Steigung eines Pyrenäenausläufers erklimmen. Aber danach war es flach. In Castello Empuria haben wir kurz angehalten um das mittelalterliche Dorfzentrum und die Kirche anzusehen, bevor es dann weiter ging. Die Stecke ging immer wieder in den Pirinexus über, einen Radwanderweg der abseits der Strassen durch die Pyrenäen führt. Da der Belag wann immer wir auf ihn trafen wirklich schlecht war, wurde es zu unserem Hobby diesen als Radwanderweg 2014 ausgezeichneten Weg zu vermeiden. Unter allen Umständen zu vermeiden!

Castel with Catalan flag

Castel with Catalan flag

Castello de Empuries - Church

Castello de Empuries – Church

In Palamos erreichen wir auch ultimativ den Teil der Costa Brava, in dem sich der Massentourismus zu Hause fühlt. Positiv bedeutet Massentourismus natürlich: Man findet in der Nachsaison einfach eine Unterkunft und Restaurants sind auch zu den Zeiten geöffnet wenn kein normaler Einheimische auf die Idee käme zu essen (in Spanien: zwischen 5 und 7 am Abend… dann sind wir gerade geduscht und ausreichend ausgeruht um RICHTIG hungrig zu sein…). Also wollen wir mal nicht meckern – es hat alles seine Vorteile!

Old bridge on day 23

Old bridge on day 23

Palamos haben wir dann am Tag 24 weiter Richtung Süden die zweite “Bergetappe” in Angriff genommen. Und während Olli kaum ins Schwitzen zu kommen schien ist mir die Etappe eher schwer gefallen. Also mussten wir ein paar Pausen mehr einlegen um über die Berge der Costa Brava zu kommen. Jaja – die hat ihren Namen aus einem guten Grund… es ist eine wilde Küste. Wir haben auch eine Schweizerin, Maja getroffen, die ihre Pensionierung dazu nutzt jetzt erst mal von Zürich aus aufs Rad zu steigen und nach Malaga zu radeln. Hut ab! Es war trotz schwerer Beine eine tolle Tour – die Anstiege werden eben immer wieder durch wunderschöne Aussichten belohnt. Die Strecke zwischen Sant Feliu de Grixols ist im Volksmund bekannt als die “Strasse des Jahres”: 365 Kurven und jede mit beeindruckenden Aussicht! Endpunkt heute ist Blanes und morgen geht es nach Barcelona – wir sind auf der Zielgeraden!

Vista from "Road of the year" - Costa Brava

Vista from “Road of the year” – Costa Brava

Bis bald und Adeu!

Claudia & Olli

Leg 16: Bridge Day!

Dear friends,

Today`s leg led us from Le Pouzin to Lapalud – thanks to our lovely host in Le Pouzin, Dominic, we had a really gorgeous stage. As we have mentioned in an earlier post we sometimes have a bit of a challenge to identify the route of ViaRhona and this was the case in Le Pouzin as well. A little drawn back from the traffic on the main street which we understood would lead us to ViaRhona for many kilometers, we decided to go an alternative route all together and use the opposite side of the Rhone. When Dominic (who does not speak any English but was very helpful and patient communication with us nonetheless) asked us which route we had planned for the day he was not happy with our idea. “No, no, no – not a good idea! Too much traffic on the other side of the river. Why would we not simply follow the street we were in, take the tunnel under the railway and then left and Voilá: we would be on ViaRhona!” Olli, who is in charge of planning the stages gave it a very brief thought and off we went following Dominic`s description – and that was the right decision for sure.
ViaRhona Signpost
It turned out to be the most beautiful stage on ViaRhona so far – quiet, excellently developed and we went up all those gorgeous 5 little bridges over Rhone and its side-arms. We crossed the river over a dam and experienced an old bridge which only bore space for a single car whenever reaching one of its 3 bridge pilars – we talk about a street with two-way traffic of course. It does discipline pretty much automatically… there is not much traffic on the bridge and those using it take velocity not too seriously…

Our favourite bridge on the other hand was the rope bridge! No – you did not mis-read: I mean it – ROPE BRIDGE!! We already were over the moon when we saw Chateau Rochemaure which started to spread out across the hill. Chateau RochemaureDespite of slightly falling apart the castle is remarkable and impresses both by its location on top of bare rocks and its size. But when we turned our back to the castle we found ourselves in front of a really old little bridge – and on this bridge no car would fit! In between the century old bridge piers a rope bridge made of steel had been installed for bicycles and pedestrians – ingenius! It is an amazing experience to cross the bridge. You pass the stone pier and feel you cycle into… nothing… Below you are light metall plates and left and right there are steel meshes with a steel rope as handle on top. And then you let go and the bike rolles on, while you concentrate on the next pier in a somehow perplex state of mind before approaching the final pier at the other end. Some 200 meters of the most phantastic marriage of old and modern architecture. This bridge is worth a visit!
Hanging bridgeHanging bridge near Chateau Rochemeareau
We have been delighted as well about peoples’ friendliness in this region. We have been asked twice if we were lost and offered help in the most patient way possible – simply lovely! And I admit that I enjoy it when we are greeted with enthusiasm by fellow cyclists. While the “Bon Jour” in Alsace and Franche-Comte is rather aspirated it will be belt out in this region – very nice!!

The upcoming (head-) wind then announced that the weather forecast (we use: http://www.yr.no – the best ones we have found) was unfortunately very accurate and a massive rain front was closing up on us. So we cycled as fast as possible and managed to reach the Gite (french for Bed & Breakfast) with the first drops of rain and thunder. This night we stay and dine on a bio-farm, which again is located in a beautiful old farmhouse which has been renovated with an obvious love for detail. [www.ferme-terrebioprovence.com].

We assume that the next 2 days we will cycle in permanent rain – let`s see what we will have to report of that experience 🙂

So it’s Bye Bye from us for now – Bye Bye!

Claudia & Olli

Tag 11, 12 & 13: Das erste halbe bisschen ist geschafft!

Liebe Freunde!

nachdem wir von Dole und dem ultimativen Chambre d` Hote bei Francois von der La Batellerie (unbedingt merken, wer da vorbei kommt!! Eine bessere Unterkunft KANN MAN NICHT FINDEN!!) sehr unwillig aufgebrochen waren, ging es Richtung des Flusses Saône. Zu Olli`s Entsetzen führte uns das zunächst Richtung Nord-West. Und das ist ja ziemlich genau 90 Grad zu dem, wo wir eigentlich hin wollten… Das klärte sich dann irgendwann und wir fuhren wir wieder in die “richtige” Richtung. Auch weil wir irgendwann wieder den Radweg verliessen und uns ab durch die Dörfer schlugen. Zum Mittag waren wir auf einer sonnigen Terrasse mit etwa 20 weiteren französischen Radfahrern, die in der Gegenrichtung unterwegs waren und uns nach dem Zustand des Radweges (in Deutsch… :-)) fragten.
Der Tag war schön – eine lebhafte, hüglige Landschaft und auch wenn das hiess, dass wir immer wieder rauf und runter mussten, so war es doch ein sehr vergnüglicher Fahrradtag. Wir kamen an unserer Unterkunft an, die sich als Jadgschlösschen aus dem 17. Jahrhundert herausstellte…. in recht originaler Verfassung in jeder Hinsicht. Als die Besitzer fragten, ob wir denn auch Abendessen haben wollten waren wir begeistert – und oh Mann, haben wir wunderbar gegessen! Das meiste war aus der Region oder gar dem einen Garten und es war unglaublich lecker. Vier Gänge später kamen leicht verirrte Britische Gäste an, mit denen wir dann viel zu lange lachend und Wein genießend am Tisch sassen und die Zeit vergassen…

Chambre d`Hote in Givry   View on Cluny

Am nächsten Morgen waren wir dann erstaunlicherweise doch die ersten, die auf den Beinen waren und machten und auf den Weg nach Cluny (oder wie Olli es auf Finnisch-Franzöisch ausspricht Clooney). Da wollte ich immer mal hin! Cluny, in dem so vieles kirchengeschichtlich wichtige erdacht und formuliert worden ist – und womit ich mich zusammen mit meinem Studienfreund Janni beschäftigt habe. Wunderbar! Von dem Kloster und der Kirche ist kaum noch etwas da (wurde alles im 17. Jhd gründlich zerstört und geschleift), aber die Stadt ist hübsch – und für mich war es wirklich etwas besonderes in dem Rest des alten Gemäuers herum laufen zu können.
Cluny Abbey   Nach Cluny ging es immer wieder knackig bergauf… teilweise 10 – 15% Steigung. Da musste ich dann doch auch zweimal schieben und meine Beine fanden den Ausflug auf einmal gar nicht mehr so einfach. Toll war der längste Fahrradtunnel Europas: Tunnel klingt ja erfreulicherweise so, als würde man da eher ohne Steigung durch den Berg kommen, aber dem war nicht so. Nachdem wir japsend den Berg hoch geradelt sind (wenn man das bei ca. 5km/h so nennen darf) sind wir dann steil bergab gerollt und in den Tunnel rein – 1,6 Kilometer. Ein offenbar alter Tunnel der Eisenbahn. Und dann haben wir dabei auch noch die 1000 Kilometer-Marke erreicht,.. wir sind seit 1000 km unterwegs – wer hätte das gedacht?
Ziel der Etappe war Macon, von dem wir praktisch nichts gesehen haben. Unsere last-minute Übernachtung haben wir neben dem Einkaufszentrum gefunden und so haben wir von der Stadt nichts gesehen.

Gravel, Gravel, Gravel

Die 12. Etappe war überraschend unerfreulich. Die Radwege wurden schon in den letzten Tagen immer schlechter – aber heute war es dann wirklich schlimm.   Die Wege waren unbefestigt mit faustgroßen losen Steinen – über eine Strecke von gut 6 Kilometern. Danach sind wir auf die Strasse ausgewichen, die ziemlich stark befahren war. Die 70 Kilometer heute waren anstrengend – gut, dass morgen (Sonntag) Ruhetag ist! Laut gelacht haben wir dann als Französisch Ignoranten bei diesem Ortsnamen… St. Cure d`Ars. Das muss ein Wallfahrtsort für Fahrradfahrer sein – bestimmt!! Cyclists cure....

Lyon hat uns bisher total überrascht. Was wir gesehen haben ist schön und immerhin ist es ja die Hauptstadt der französischen Küche 🙂 Bisher haben wir ein sehr unterhaltsames Ballett mit professionellen Tänzern auf einem Platz gesehen (Damen wie Herren im Tütü – sehr fein) und über die schöne Architektur gestaunt. Morgen werden wir uns weiter umsehen in der Altstadt und wohl ein Museum besuchen.

 

Bis bald!

Claudia & Olli