Liebe Freunde!

nachdem wir von Dole und dem ultimativen Chambre d` Hote bei Francois von der La Batellerie (unbedingt merken, wer da vorbei kommt!! Eine bessere Unterkunft KANN MAN NICHT FINDEN!!) sehr unwillig aufgebrochen waren, ging es Richtung des Flusses Saône. Zu Olli`s Entsetzen führte uns das zunächst Richtung Nord-West. Und das ist ja ziemlich genau 90 Grad zu dem, wo wir eigentlich hin wollten… Das klärte sich dann irgendwann und wir fuhren wir wieder in die “richtige” Richtung. Auch weil wir irgendwann wieder den Radweg verliessen und uns ab durch die Dörfer schlugen. Zum Mittag waren wir auf einer sonnigen Terrasse mit etwa 20 weiteren französischen Radfahrern, die in der Gegenrichtung unterwegs waren und uns nach dem Zustand des Radweges (in Deutsch… :-)) fragten.
Der Tag war schön – eine lebhafte, hüglige Landschaft und auch wenn das hiess, dass wir immer wieder rauf und runter mussten, so war es doch ein sehr vergnüglicher Fahrradtag. Wir kamen an unserer Unterkunft an, die sich als Jadgschlösschen aus dem 17. Jahrhundert herausstellte…. in recht originaler Verfassung in jeder Hinsicht. Als die Besitzer fragten, ob wir denn auch Abendessen haben wollten waren wir begeistert – und oh Mann, haben wir wunderbar gegessen! Das meiste war aus der Region oder gar dem einen Garten und es war unglaublich lecker. Vier Gänge später kamen leicht verirrte Britische Gäste an, mit denen wir dann viel zu lange lachend und Wein genießend am Tisch sassen und die Zeit vergassen…

Chambre d`Hote in Givry   View on Cluny

Am nächsten Morgen waren wir dann erstaunlicherweise doch die ersten, die auf den Beinen waren und machten und auf den Weg nach Cluny (oder wie Olli es auf Finnisch-Franzöisch ausspricht Clooney). Da wollte ich immer mal hin! Cluny, in dem so vieles kirchengeschichtlich wichtige erdacht und formuliert worden ist – und womit ich mich zusammen mit meinem Studienfreund Janni beschäftigt habe. Wunderbar! Von dem Kloster und der Kirche ist kaum noch etwas da (wurde alles im 17. Jhd gründlich zerstört und geschleift), aber die Stadt ist hübsch – und für mich war es wirklich etwas besonderes in dem Rest des alten Gemäuers herum laufen zu können.
Cluny Abbey   Nach Cluny ging es immer wieder knackig bergauf… teilweise 10 – 15% Steigung. Da musste ich dann doch auch zweimal schieben und meine Beine fanden den Ausflug auf einmal gar nicht mehr so einfach. Toll war der längste Fahrradtunnel Europas: Tunnel klingt ja erfreulicherweise so, als würde man da eher ohne Steigung durch den Berg kommen, aber dem war nicht so. Nachdem wir japsend den Berg hoch geradelt sind (wenn man das bei ca. 5km/h so nennen darf) sind wir dann steil bergab gerollt und in den Tunnel rein – 1,6 Kilometer. Ein offenbar alter Tunnel der Eisenbahn. Und dann haben wir dabei auch noch die 1000 Kilometer-Marke erreicht,.. wir sind seit 1000 km unterwegs – wer hätte das gedacht?
Ziel der Etappe war Macon, von dem wir praktisch nichts gesehen haben. Unsere last-minute Übernachtung haben wir neben dem Einkaufszentrum gefunden und so haben wir von der Stadt nichts gesehen.

Gravel, Gravel, Gravel

Die 12. Etappe war überraschend unerfreulich. Die Radwege wurden schon in den letzten Tagen immer schlechter – aber heute war es dann wirklich schlimm.   Die Wege waren unbefestigt mit faustgroßen losen Steinen – über eine Strecke von gut 6 Kilometern. Danach sind wir auf die Strasse ausgewichen, die ziemlich stark befahren war. Die 70 Kilometer heute waren anstrengend – gut, dass morgen (Sonntag) Ruhetag ist! Laut gelacht haben wir dann als Französisch Ignoranten bei diesem Ortsnamen… St. Cure d`Ars. Das muss ein Wallfahrtsort für Fahrradfahrer sein – bestimmt!! Cyclists cure....

Lyon hat uns bisher total überrascht. Was wir gesehen haben ist schön und immerhin ist es ja die Hauptstadt der französischen Küche 🙂 Bisher haben wir ein sehr unterhaltsames Ballett mit professionellen Tänzern auf einem Platz gesehen (Damen wie Herren im Tütü – sehr fein) und über die schöne Architektur gestaunt. Morgen werden wir uns weiter umsehen in der Altstadt und wohl ein Museum besuchen.

 

Bis bald!

Claudia & Olli

2 thoughts on “Tag 11, 12 & 13: Das erste halbe bisschen ist geschafft!

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