Tag 25: Barcelona!

Liebe Freunde,

als es heute morgen von Blanes aus auf die letzte Etappe nach Barcelona ging waren wir beinahe so aufgekratzt wie beim Start der Tour in Bonn… es ist schon etwas ganz besonderes das Ziel tatsächlich in Reichweite zu haben, auf das man sich seit fast vier Wochen hin bewegt hat.

Die Etappe selbst ging von Beginn bis Ende über die N-II am Meer entlang. da wir mit dem Autoverkehr die Strasse teilten und den Strassenrand nutzten waren wir nicht sicher, ob es eine angenehme Schlussetappe werden würde oder nicht. Aber es war überhaupt kein Problem – denn auf der N-II waren mehr Radfahrer unterwegs als Autos. Viele grüssten oder feuerten uns an – und Olli und ich kamen aus dem Dauergrinsen nicht heraus. Einer der Rennradfahrer begleitete uns gut 10 Kilometer weit und unterhielt sich angeregt mit uns. Es sei ihm eine Ehre ein paar Kilometer mit Leuten zu fahren, die eine solche Reise gemacht hätten, meinte er. Das wolle er auch einmal machen…

Arrival in Barcelona with Sagrada Familia in the background

Arrival in Barcelona with Sagrada Familia in the background

Ich erinnere mich, dass wir das auch mal gesagt haben als uns unser Freund Lars von seiner Bonn-Barcelona Radtour erzählt hat… (danke Lars! Das werden wir Dir beide nie vergessen!)  Es ist einfach wunderbar wenn man seine Träume erfüllen kann!

Adeu aus Barcelona meine Freunde und danke für all Eure Unterstützung

Claudia  & Olli

Tag 22, 23 & 24: Die Berge rufen!

Liebe Freunde,

der Tag 21 endete in Argeles sur Mer mit einem schönen Essen und wir haben morgens ein tolles Frühstück genossen und uns pseudo-sportlermässig Rühreier in den Bauch geschlagen, damit wir auch in Sachen Essen auf die Berge vorbereitet waren.

Die ersten Steigungen liessen auch nicht lange auf sich warten und es ging hoch auf die Anhöhe und dann runter bis ans Meer in das wunderschöne Collioure. Nach einer kurzen

Pause für Fotos (Claudia) und Kartenkontrolle (Olli) ging es mit bester Laune weiter. Schon diese Strecke hätte ich noch vor vier Wochen unmöglich geschafft ohne abzusteigen und jetzt zockelten wir beide beinahe gemütlich über die Strecke.

"Le  Cottage" in Argeles sur Mer

“Le Cottage” in Argeles sur Mer

Coullioure

Coullioure

Und so ging es auch weiter. Immer wieder hoch und runter mit knackigen Steigungen und ebenso knackigen Abfahrten. Die Landschaft war entsprechend spektakulär und ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich das sagen würde: Es war ein ganz toller Fahrradtag! An einem der höchsten Punkte kam dann der offizielle Grenzübergang und wir waren in Spanien. Nach etwa 1700 Kilometern Fahrtstrecke von Bonn.

Last views on France

Last views on France

Spain!!

Spain!!

Bis Llança waren es dann noch etwa 20 Kilometer – die wiederum mit Steigungen und Abfahrten gespickt waren. Falls jemand mal nach Llança kommt – Ihr solltet unbedingt versuchen im Fonall Mari zu essen. Ein tolles kleines Restaurant mit liebenswerter Bedienung und ausgezeichnetem Essen – ein absolutes Highlight!

Von Llança ging es am Tag 23 nach Palamos – die Etappe war eher flach. Allerdings mussten wir dafür erst einmal ein letztes Mal eine Steigung eines Pyrenäenausläufers erklimmen. Aber danach war es flach. In Castello Empuria haben wir kurz angehalten um das mittelalterliche Dorfzentrum und die Kirche anzusehen, bevor es dann weiter ging. Die Stecke ging immer wieder in den Pirinexus über, einen Radwanderweg der abseits der Strassen durch die Pyrenäen führt. Da der Belag wann immer wir auf ihn trafen wirklich schlecht war, wurde es zu unserem Hobby diesen als Radwanderweg 2014 ausgezeichneten Weg zu vermeiden. Unter allen Umständen zu vermeiden!

Castel with Catalan flag

Castel with Catalan flag

Castello de Empuries - Church

Castello de Empuries – Church

In Palamos erreichen wir auch ultimativ den Teil der Costa Brava, in dem sich der Massentourismus zu Hause fühlt. Positiv bedeutet Massentourismus natürlich: Man findet in der Nachsaison einfach eine Unterkunft und Restaurants sind auch zu den Zeiten geöffnet wenn kein normaler Einheimische auf die Idee käme zu essen (in Spanien: zwischen 5 und 7 am Abend… dann sind wir gerade geduscht und ausreichend ausgeruht um RICHTIG hungrig zu sein…). Also wollen wir mal nicht meckern – es hat alles seine Vorteile!

Old bridge on day 23

Old bridge on day 23

Palamos haben wir dann am Tag 24 weiter Richtung Süden die zweite “Bergetappe” in Angriff genommen. Und während Olli kaum ins Schwitzen zu kommen schien ist mir die Etappe eher schwer gefallen. Also mussten wir ein paar Pausen mehr einlegen um über die Berge der Costa Brava zu kommen. Jaja – die hat ihren Namen aus einem guten Grund… es ist eine wilde Küste. Wir haben auch eine Schweizerin, Maja getroffen, die ihre Pensionierung dazu nutzt jetzt erst mal von Zürich aus aufs Rad zu steigen und nach Malaga zu radeln. Hut ab! Es war trotz schwerer Beine eine tolle Tour – die Anstiege werden eben immer wieder durch wunderschöne Aussichten belohnt. Die Strecke zwischen Sant Feliu de Grixols ist im Volksmund bekannt als die “Strasse des Jahres”: 365 Kurven und jede mit beeindruckenden Aussicht! Endpunkt heute ist Blanes und morgen geht es nach Barcelona – wir sind auf der Zielgeraden!

Vista from "Road of the year" - Costa Brava

Vista from “Road of the year” – Costa Brava

Bis bald und Adeu!

Claudia & Olli

Tag 20 & 21: Genuss-Radeln in Roussillion

Liebe Freunde,

die letzten beiden Etappen haben Frankreich`s Süden in all seiner Schönheit präsentiert und uns 2 Tage Fahrrad-Hochgenuss beschert. Vielleicht haben wir uns auch – im besten Sinne – inzwischen daran gewöhnt, dass der Radweg eben meistens keinen guten Belag h

at (wenn er welchen hat…), dass wir jetzt oft anhalten müssen um neben der Karte noch die Offline-App für Frankreich und Google-Maps zu prüfen, ob wir denn wirklich richtig fahren. Die Etappe 20 führte uns von Sete nach Gruissan. Eine hübsche ruhige Strecke bei der man den Abschiedsschmerz von Chez Francois langsam verdauen konnte…

Gruissan

   Gruissan

Gruissan Village live

Gruissan Village live

Gruissan ist eine hübsche kleine Stadt mit ganz viel Charme. Zum verlieben schön ist die direkte Umgebung, die Richtung Port la Nouvelle, die wir am Morgen der 21. Fahrtages durchfahren sind. Am Horizont die Pyrenäen, die Marschlandschaft, wunderbare Radwege – was ein Genuss! Ich wäre am liebsten gar nicht mehr weg.

Between Gruissan and Port la Nouvelle

    Between Gruissan and Port la Nouvelle

Marshes between Gruissan and Port la Nouvelle

Marshes between Gruissan and Port la Nouvelle

Nach Port la Nouvelle fanden wir dann eine Streckensperrung – Filmdreharbeiten! Wir wurden vom freundlichen Streckenposten gebeten schnell zu fahren “na ja” meinte er dann mit Blick auf Räder und Gepäck, “so schnell es halt geht…” Und so hatten wir die Strasse von der wir den meisten Verkehr zu befürchten hatten ganz für uns alleine. Olli vermutet eine französische Tatort-Version – er hörte Schüsse (und ist definitiv auf Tatort-Entzug)!
Die Pyrenäen rückten die ganze Zeit immer näher und kündigten uns an, dass wir morgen den ersten von 2 Bergtagen haben werden. Wir versuchen die Pyrenäen mit so geringer Steigung an der Küste entlang zu überqueren wie möglich – mal sehen wie sich das dann in der Realität anfühlt. Da die Beine inzwischen deutlich besser geworden sind, ist die Panik verschwunden und Respekt gewichen. Das wird schon gehen!

Beautiful bike road after Port la Nouvelle

Beautiful bike road after Port la Nouvelle


Morgen also werden wir in Katalonien sein und damit ist das jetzt der letzt Blog dieser Reise aus Frankreich. Au Revoir von hier – morgen heisst es Benvinguts aus Catalunya!

Claudia & Olli

Leg 17, 18 & 19: Rain-roulette

Morning vista from Theziers

Dear Friends!

On arrival in Lapalud we escaped intense and nightlong rain with thunder and lightning only marginally. It started raining big drops when we saved ourselves into the Chambre d`Hote and got worse from that moment on. Luckily we had reserved the dinner option in the farm house and oh boy how well we ate again (www.ferme-terrebioprovence.com)!
We sat with 3 couples at the table – one English but living in Switzerland for about 30 years, one from France and us. After a while we realised that the common language amongst all of us was actually German. The English couple both spoke good German and the French gentleman mastered the language impeccably as he came from Alsace where they speak German a lot (his wife understood everything but spoke less) and Olli had the chance to practise as well. It was perfect and the evening turned out to be a lovely experience.

We were frightened to death looking at the weather forecast for the next 2 days which predicted severe weather in the region we wanted to cycle through. And indeed Montpellier which we wanted to pass by on stage 19 suffered from heavy floodings after that particular night. Still, we were lucky. We did have 2 beautiful and sunny bike days – the weather actually turned out to be that well that I ended up with a sunburn on my arms – not bad for bad weather days!

Avignon -1

Avignon Pope Palace

Stage 17 led us from Lapalud to Aigues-Mortes. While we anxiously kept watching the sky everything stayed wonderful and we enjoyed the vistas and the terrific and peaceful route. Lunch we took in Avignon with its gorgeous old walls (Avignon has been papal seat during one of the more “dynamic” eras of Christian history around 1400) – before we continued with slightly overfilled but happy bellies towards Theziers. One of the challenges of the leg was that it was impossible to get the distance between Lapalud and Avignon right – what we had found as information was 35 kilometers but we actually had 60 on the clock when we arrived – slightly disturbing for the planning I have to say… The second stretch luckily was as expected and we reached our destination after a total of 80km. This time we stayed in a vineyard which offered rooms and to Olli`s utmost pleasure a sauna. We hardly cared that we had to hike down into the village to find ourselves something to eat due to that.

From Theziers we turned towards Aigues-Mortes and again the forecast threatened us with nightmarish prediction. Which again turned out to be wrong – good for us! We noticed more and more horse stables and bull farms which we had not seen before on our trip and yes – we actually had entered the Camargue! During this stage we intensified the discussion on the term “flat”. Well, for me flat landscape signifies that I can move forward without experiencing significant elevation change. I got the impression that that was not the case as I had to change in very small gears to labour myself up the hills and shot down on the other side. NOT flat…! Haha, Olli said to that, all wrong – compared to Pyrenees this is flat.

Aigues-Mortes  In Aigues-Mortes

Aigues-Mortes was a really delightful experience. The city has been the starting point of the 7th crusade in the 13th century and still has a complete mediaval city wall and a lovely ambience in its narrow streets. We had an excellent dinner in “Le Dit Vin” and Olli found a little pearl in an oyster. It will join our tour from now on :-). So we went to bed in a very happy state sure that the leg to Sete and the sea would be an nice and easy stroll. Guess we have been there before that things were not exactly as expected, weren`t we? The 55 kilometers of the leg were indeed flat and the wind was either with us or it was windstill – so ideal for an easy day cycling. But no! The stage was the most challenging one we have done so far. Right after leaving Aigues-Mortes the bike road changed from gravel to a dirt track and then into a construction site for a road. The deep and rain soaked sand slowed us down a lot and made the stretch very demanding. bad bike road between Aigues-Mortes and Sete After we had overcome that part of the route we were on a normal road with cars which converted into a highway. It was clearly faster to cycle now but pretty stressful… And as we were at it we had the dirt track/road construction and then highway combination another time a bit later on. After 50 km we were completely done. But: we are in Sete and did pay our visit as planned to “Chez Francois” where we will eat lovely sea food tonight as well. And Sunday is our rest day – a treat after a cycling distance of 1,551 kilometers since Bonn.

Seafood at Chez Francois! _1  Seafood at Chez Francois! _2

And that is Bye Bye from us again: Bye Bye!

Claudia & Olli

Tag 16: Brückentag der anderen Art

Liebe Freunde,

Die heutige Etappe führte uns von Le Pouzin bis nach Lapalud – und dank unseres liebeswerten Gastgebers in Le Pouzin, Dominic wurde es eine ganz wunderschöne Etappe. Wir haben ja gestern schon beschrieben, dass wir immer wieder Schwierigkeiten haben, die Strecke der ViaRhona zu identifizieren und auch in Le Pouzin war das der Fall. Ein wenig abgeschreckt vom Verkehr der Hauptstrasse, die für viele Kilometer der Zugang zur ViaRhona zu sein schien wollte wir komplett auf die andere Rhoneseite ausweichen. Als Dominic (der kein Englisch spricht, aber trotzdem tapfer mit uns kommunizierte) nach unserem Weg für den Tag fragte und wir ihm erklärten und zeigten was wir vorhatten, war er nicht glücklich. “Nein, nein: Keine gute Idee – viel zuviel Verkehr auf der andern Seite, warum wir nicht einfach die Strasse gerade aus fahren, unter der Eisenbahn durch und dann links? Voilá dann wären wir auf der ViaRhona!” Olli, der bei uns die Streckenplanungshoheit hat dachte kurz nach und wir folgten der Beschreibung. Und das war eine gute Entscheidung!
ViaRhona Signpost
Es war der bisher schönste Abschnitt der ViaRhona – ruhig, toll ausgebaut und immer wieder ging es auf 5 kleinen charmanten Brücken über die Rhone oder einen ihrer kleineren Seitenarme. So sind wir über eine der grossen Schleusen gefahren und über eine alte Brücke, deren 3 alte Steinpfeiler nur Platz für je ein Auto boten – auf einer Strasse mit Gegenverkehr wohlgemerkt. Da diszipliniert sich der Verkehr dann ganz automatisch – es ist wenig los auf der Brücke und diejenigen, die da fahren, nehmen die Geschwindigkeit gelassen… Unser absoluter Favorit war jedoch die Hängebrücke! Nein, nicht falsch gelesen: HÄNGEBRÜCKE!! Wir waren vorher schon ganz hin und weg von der Burg Chateau Rochemaure, die sich auf dem Berg auszubreiten begann. Die Burg ist noch im leicht zerfallenen Zustand riesig und beeindruckend. Chateau RochemaureAls wir uns von der Burg abwandten fanden wir uns auf einem Weg zu einer richtig alten Brücke – und auf diese Brücke passen auch beim allerbesten Willen keine Autos. Zwischen die Jahrhundertealten Brückenpfeiler hat man eine Hängebrücke aus Stahl für Radfahrer und Fussgänger installiert – einfach genial! Es ist ein wirklich bemerkenswertes Erlebnis über die Brücke zu fahren. Man kommt durch den alten Steinbogen und fährt gefühlt ins Nichts – unter uns leichte Metallplatten, links und rechts ein Stahlnetz das mit einem Stahlseil zum Greifen abschliesst. Und dann lässt man rollen und versucht sich staunend auf den Mittelpfeiler zu konzentrieren und dann danach den Endpfeiler anzupeilen. Geschätzte 200 Meter wird die Konstruktion lang sein, die so phantastisch alte und neue Architektur verbindet. Alleine schon diese Brücke ist eine Reise wert!
Hanging bridge near Chateau Rochemeareau
Hanging bridge
Wir waren heute auch wieder einmal entzückt über die Hilfsbereitschaft der Leute in dieser Gegend. Wir sind 2-mal angesprochen worden, ob wir uns verirrt hätten und dann mit Engelsgeduld wieder auf den richtigen Weg geleitet worden. Wirklich toll! Und ich finde es auch immer wieder schön, wenn wir mit Enthusiasmus von anderen Radfahrern gegrüsst werden. Während das “Bon Jour” im Elsass und Franche-Comte eher gehaucht wurde wird es hier geschmettert – sehr schön!!

Der auffrischende (Gegen-) Wind kündigte an, dass der Wetterbericht (hier benutzen wir übrigens: http://www.yr.no – die sind die besten, die wir bisher gefunden haben) leider nicht falsch war und heftiger Regen aufzog. Also haben wir gestrampelt wie die Wilden und es mit dem ersten Donnergrollen und den ersten Tropfen ins Gite geschafft. Dieses Mal schlafen und essen wir auf einem Bio-Bauernhof. Das Gebäude ist wieder ein schönes altes Haus, das mit viel Liebe zum Detail umgebaut worden ist [www.ferme-terrebioprovence.com].

Wir vermuten, dass wir in den kommenden 2 Tagen mit Dauerregen zu tun haben – mal sehen, was es dann davon zu berichten gibt.

Bis dann

Claudia & Olli