Tag 13: Heimradeln entlang bekannter Pfade

DieStrecke von Koblenz nach Bonn ist uns von verschiedenen Touren bereits bekannt – Aber reizvoll ist sie trotzdem, weil sie auf schönen Strecken den Rhein entlang führt. Ja, die Wege sind manchmal nicht in einem idealen Zustand wenn sich die Baumwurzeln unter dem Weg hochdrücken, aber grundsätzlich kann man hier unbeschwert fahren.

Die letzte Etappe ist immer irgendwie anders und besonders. Oft will man sie besonders schnell machen, weil man ein lange gestecktes Ziel erreichen will, manchmal macht einen der Gedanke eine Tour zu vollenden sonst irgendwie “kribbelig”. Ich konnte die Nacht vor dieser Schlussetappe beispielsweise schlecht schlafen…. Natürlich gab es keinen Grund zur Aufregung, warum auch?!

Wir haben das Losfahren bewusst auf die Zeit gelegt, wenn der Grossteil des Berufsverkehrs vorbei sein sollte (also nach 09:00 Uhr). Berufsverkehr ist in Städten die man nicht gut kennt nie angenehm – und wir hatten es ja nicht eilig.

Einmal raus aus Koblenz ging es dann relativ schnell an den Rhein und wieder gab es Strecken, die in breiten Talabschnitten lagen – gesäumt von Apfelbäumen mit leuchtenden Äpfeln und stoppeligen Getreidefeldern. Dahinter der Rhein und das Ganze eingerahmt von Hügelketten wie dem Siebengebirge.

Spätestens, wenn man Bad Breisig und danach Remagen erreicht, weiss man dass man wirklich ganz nah an zuhause ist. Ab dann fühlt es sich wie ein Heimspiel an

Bad Breisig

Remagen

Wie während der ganzen Tour wurden wir wieder von allen Altersklassen überholt: Von Rennfahrern ist man das ja gewöhnt, aber inzwischen fahren gefühlt alle anderen über 10 Jahre alten Menschen e-Bikes. Da sind beladene Trekkingräder mit altmodischen Selbst-Tret-Antritt in Sachen Geschwindigkeit klar im Nachteil.

Wir sind in den 2 Wochen 913 km geradelt, durch 4 Bundesländer gekommen und haben viel Flüsse begleitet und einige überquert und gut 7800 Höhenmeter gemacht. Wir haben Naviki als Karten- und PlanungsApp lieben gelernt. Vor allem, weil man damit auch Cafes, Restaurants oder Übernachtungsmöglichkeiten finden kann. Und was haben wir damit Tolles gefunden, was uns sonst sicher entgangen wäre!

Das Radwandern zusammen hat viel Spass gemacht – die Lust auf das Entdecken neuer Dinge, ganz darauf angewiesen zu sein, dass man sich selbst fort bewegt. Die Geduld des einen mit dem anderen, wenn die Kräfteverhältnisse unterschiedlich sind oder doch mal etwas nichtganz klappt. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste Tour.

Übernachtungstipp Bonn: Zuhause, im eigenen Bett. Man kennt alles und es ist angenehm vertraut. Man kann Kleidung in einer Waschmaschine waschen, die seit 2 Wochen täglich getragen und nur mit der Hand gewaschen werden konnten. Ein Luxus, den man (jetzt) zu schätzen weiss.

Tag 10: Jenseits des Neckars, ab in die Deutsche Weinstrasse. Und Gewitter am Himmel…

Heute haben wir das Neckartal verlassen.

Und ich gebe zu, dass ich den Neckarrradweg auch kein zweites Mal mehr mehr radeln muss…. In Heidelberg hatten wir das Vergnügen ein hübsches “Nerd Cafe” mit tollen Croissants zu finden, wo wir die ersten Kilometer genüsslich herunter spülten.

Coissant und Cappucino im Cafe Nerd
Bei der Ankunft im wunderbaren Speyer hatten wir bereits 40km hinter uns. Es war schönster Sonnenschein und wir genossen die Mittagspause mit Blick auf den Speyrer Dom und ruhten uns von der teilweise stressigen und lauten ersten Streckenhälfte aus.
Speyer Dom

Und dann ging es ab in die Wälder Richtung Neustadt. Die Wege waren kieferngesäumt und wenn man durch die Nase atmet, dann duftet es ganz wunderbar.

Pinienwald zwischen Speyer und Neustadt

Was aber auch zunehmend dominant wurde war das Donnergrollen am Himmel…. Die Wolken wurden immer dunkler, das Donnern kam immer näher. Ich strampelte so schnell ich konnte, aber … wir entkamen dem Wolkenbruch trotzdem nicht. Unter lautem Fluchen versuchten wir die elektronischen Geräte und dann uns trocken zu legen bevor es weiter ging. Einmal mehr kamen wir tropfnass im Hotel an.

Das sind Blogs, in denen es wenige Fotos gibt…

Übernachtungstipp Neustadt a.d. Weinstrasse:

“Altes Weinhaus” in Neustadt Mussdorf. Schön eingerichtete Zimmer mit eigenem Balkon. Das Weinhaus hat dazu einen hübschen und gemütlichen Aufenthaltsraum mit gefülltem Kühlschrank für einen abendlichen Umtrunk. https://www.altesweinhaus.de

Tag 8 & 9: Schokolade, Burgen und Höhenmeter

Von Marbach aus ging es bei blauem Himmel auf die Strecke nach Gundelsheim. Nach den letzten regnerischen Tagen tat es gut, die Sonne zu spüren während wir uns Richtung Heilbronn auf den Weg machten.

Die ersten Kilometer entlang ruhiger Strassen und durch Felder waren der perfekte Start in einen herrlichen Fahrradtag. Und wir merkten auch schnell, dass wir auf der Burgenroute waren – die Strecken entlang des Neckar ist hier voller alter Gemäuer, die hier und da aus dem Wald hervor lugen.

Während wie jeden Tag die allermeisten Dörfer tagsüber weder ein offenes Café noch einen Biergarten zu haben scheinen, war es diesmal etwas anderes. Dieser war zwar geschlossen, aber beeindruckend gut auf seine fahrradfahrenden Gäste vorbereitet. Und wir hatten eine tolle Mittagspause in einem Biergarten direkt am Neckar nachdem wir Heilbronn hinter uns gelassen hatten. Wir sind schließlich bis Gundelsheim geradelt und ja, die Leute wurden immer freundlicher. Die Radfahrer und Fußgänger grüßen und sehen fröhlicher aus als vor ein paar Tagen. Mit ebenfalls steigender Laune sahen wir uns dann den Traum einer Übernachtungsmöglichkeit an: Ein Zimmer in einer Schokoladenmanufaktur!

Übernachtungstipp Gundelsheim: Schokoladenmaufaktur Schell.

http://www.schell-schokoladen.de

Saubere und gute Zimmer, Eigene garage für Fahrräder und ein Frühstück für das ich jederzeit weit, weit radeln würde. Die Eigentümer sind sehr hilfsbereit und wir hatten das grosse Vergnügen von ihnen zu einem Eis nach dem Abendessen eingeladen zu werden — natürlich eigenes Eis aus der eigenen Herstellung.Herz, was willst Du mehr? http://www.schell-schokoladen.de

Auch sonst besticht Gundelsheim durch hübsche Gassen und Häusern aus dem 17./18. Jahrhundert. Klein aber sehr fein!

Nach einer guten Nach mit süssen Schokoladenträumen ging es weiter nach Neckargemünd – etwa 10km vor Heidelberg. Da wir es beide nicht wirklich genießen auf unseren Radwanderungen in Städten zu sein – sei es durch sie hindurch zu manövrieren oder dort zu bleiben, wählen wir eher die kleineren Städte oder Dörfer zwischen den Städten aus, um dort zu bleiben. Also dieses Mal hiess das Ziel Neckargemünd. 64km sah der Plan vor und angeblich flach.

Das mit dem flach hat eindeutig nicht hin gehauen – nachdem wir fixund fertig mit zittrigen Armen angekommen sind haben wir gemerkt, dass das ständige auf und ab, das wir auf dem Radweg erlebt haben in Summe mehr Höhenmeter ergab als die Überquerung der Schwäbischen Alb. Beim letzten Anstieg stand ich jedenfalls kurz vor der Meuterei und wollte wirklich, wirklich, wirklich nicht mehr weiter!

Dazwischen aber gab es ordentlich was zu sehen. Burgen an jeder der vielen Biegungen des Neckar und ettliche Schleusen. Sehr , sehr schön. Die letzten 20km Schotterstecke waren sehr anstrengend. Und darum kommen hier die Highlights der Burgen und Wege einmal geballt als Augenschmaus:

Morgen geht es weiter nach Neustadt an der Weinstrasse, wo unser Weinstrassen-Trip beginnt….!

Tag 5: Vom Erklettern der Schwäbischen Alb und nassen Katzen…

Die Strecke, die am 5. Tag vor uns lag hat mir von Beginn unserer Tour an Respekt abgenötigt. Mindestens Respekt – nachdem ich gemerkt habe, wieviel Kondition fehlt am Anfang der Radreise auch mehr…

Aber kneifen gilt nicht, und ich habe auch gemerkt, dass der Körper sich erstaunlich schnell auf die Anforderungen des Radfahrens einstellt und es jeden Tag besser läuft. Ausserdem ist da ja noch Susanne… Susanne, die Abends beim Grillen nicht nur verkündete, sie würde am liebsten mitkommen auf unsere Tour, sondern auch, dass die geplante Strecke am Pfaffenhofen vielleicht doch – ganz eventuell – zu lang und zu steil sei. Aber Susanne wäre nicht Susanne, wenn sie nicht gleich pragmatisch und enthusiastisch mit einer Idee käme wo ein gutes Ziel wäre und dazu auch noch eine Übernachtungsmögllichkeit findet. Glücklich, wer solche Freunde hat!

Wir haben also kurzerhand unsere Ursprungsplanung umgeworfen und Dapfen angepeilt. In Summe 74km mit einem interessanten, aber machbaren Streckenprofil, das wir nach einem 4-Sterne Frühstück bei unseren Freunden in Angriff nahmen.

Das erste Zwischenziel waren aber erst einmal Blaubeuren und der Blautopf. Wie schon auf dem Weg nach Pfaffenhofen geht es in der Umgebung von Pfaffenhofen und Ulm zunächst immer wieder leicht hoch und runter (ich kann jeden verstehen, der hier zum e-Bike greift), dann weht es aber zunehmend auf asphaltierten Wegen durch die Felder und am Waldrand vorbei. Es war herrlich – auch, weil wir durch den Rückenwind ohne grosse Anstrengung seh flott unterwegs waren und munter plaudernd die Fahrt geniessen konnten.

Auf dem Wen nach Blaubeuren

Bizarre Felsformation auf dem Weg nach Blaubeuren

Es war das bisher schönste Stück auf der Radtour und wir erreichten Blaubeuren sehr enthusiastisch. Da der Blautopf etwa auf halber Strecke zum Ziel in Dopfen liegt, haben wir die Gelegenheit genutzt und ein wenig auszuruhen und etwas zu essen, bevor es auf die zweite Hälfte und auf die Schwäbische Alb hinauf gehen sollte.

Blautopf

Frisch gestärkt schwangen wir uns fröhlich wiedr auf die Räder, vorbei an Blaubeuren und Richtung Schwäbischer Alb. Es ging die ganze Zeit leicht bergauf, aber nach wie vor in einer sehr angenehmen Art auf perfekten Radwegen, die dazu hervorragend ausgeschildert waren. Ein Paradis für Radfahrer. Es ist auch immer wieder fasziierend, wie viel man vond er Natur sieht, wenn man auf diese Art reist. Wir haben Meisen, Spatzen, Stiglitze gesehen, einen Specht und ein paar Rotschwänzchen – ein beeindruckendes Hornissennest mit gebührendem Abstand bewundert und heute dann Schwalben, die scheinbar Wettrennen mit Olli’s Fahrrad veranstalten wollten. Kamikazemässig auf Höhe seiner Räder fliegend sah das sehr spassig aus.

Auf dem Weg zur Schwäbischen Alb

Natürlich kam es, wie es kommen musste und der Berg war da. Bis Sondernach war alles normal, dann begann der 4km lange Anstieg. Serpentine nach Serpentine ging es bergan, schön langsam im kleinsten Gang und mit ein paar japsenden Pausen. Was wirklich toll war ist, dass die Strasse beinahe komplett unbefahren war und wir damit schwankend von der einen zur anderen Strassenseite fahren konnten, immer knapp unter Schritttempo.

Die Befriedigung als wir oben ankamen war riesig – noch vor 4 Tagen wäre dieser Aufstieg für mich nicht machbar gewesen. Es zeigt, dass man diese Touren mit jedem Konditionsniveau machen kann. Man muss sie gut planen, um nicht zu früh alle Kräfte aufzubrauchen und langsam Tag für Tag die Kondition für schwierigere Terrains aufzubauen. Wenn man das macht, dann macht eine lange Radreise enormen Spass.

Nachdem der grosse erste Anstieg geschafft war, machten wir uns auf den Weg zunächst bergab und dann hinauf auf den zweiten Anstieg, der deutlich kleiner und einfacher war. Ab hier sollte es einfacher sein – noch gut 60 Minuten bis zum Ziel: Juch-Heee!

Wir bemerkten ein paar Tropfen Regen, die uns aber nicht weiter irritierten. Wir waren ja gut verschwitzt – da wollten wir die Regenkleidung nicht drüber ziehen. Also locker weiter, es gab ein paar Tropfen mehr, dann ein paar Tropfen mehr und die Strecken begann sich von Asphalt in Schotter zu verändern. Ehe wir uns versahen regnete es in Strömen, wir fuhren durch immer tiefere Pfützen und wild bergab. Die Brillen beschlugen, der Regen lief mit Schweiss vermischt brennen in die Augen – irgendwann hatte ich kein Gefühl mehr in den Füssen. Olli meinte “das macht gerade keinen Spass mehr. Gar keinen Spass!” Und bekam von mir ein wehleidiges Grunzen als Antwort. Es war nicht schön.

Vollkommen durchgefroren, nass bis auf die haut kamen wir an der Unterkunft an. Wir müssen ausgesehen haben wir nasse Katzen – Die Besitzerin drückte uns einfach den Schlüssel in die Hand, sagte die Sauna wäre warm und dass das vermutlich das beste sei, was wir jetzt machen könnten. Nie klang das Wort Sauna süsser in unseren Ohren!

Es dauerte fast eine Stunde, bis ich wieder Gefühl in allen Zehen hatte – um 21 Uhr lagen wir total k.o. im Bett. Die Schwäbische Alb ist nichts für Weicheier…

Übernachtungstipp Dapfen: Gasthaus Zum Hirschen. Grosse, saubere Zimmer, topmoderner Wellnessbereich mit 3 Saunen (!), sehr nette Besitzer und gutbürgerliches Essen. Gutes Frühstück: https://hirsch-dapfen.de

Tag 4: Regenlotterie, kleine gemeine Anstiege und Übernachten im Irischen Pub

Wenn die Wettervorhersage Dauerregen meldet, dann sieht der Radwanderer mindestens so oft in den Himmel wie auf die Straße. Wir haben in den letzten Tagen den Himmel mit reichlich und mit Skepsis betrachtet.

Die Wettervorhersage kündigte für die Tour von Lauingen nach Pfaffenhofen Dauerregen an und wir haben die Regenkleidung in den Aussentaschen vorsichtshalber direkt greifbar verstaut. Zu Beginn der Strecke kamen wir an einem römischen Tempel in Lauingen vorbei,bevor es auf die Querfeldein-Strecke ging:

Römischer Tempel, Lauingen

Römische Rempelanlage, Lauingen

Die Strecke an Tag 4 war nach unserer Planung sowoh einfach als auch eher kurz mit rund 42km. Sie verlief von Lauingen über Günzburg nach Pfaffenhofen. Nach einem super Frühstück für Fahrradfahrer im Kastanienhof machten wir uns auf den Weg. Den Blick immer zwischen Himmel und Straße – aber wie durch ein Wunder blieben wir vom Regen auf der gesamten Strecke unbehelligt.

Bis Günzburg war der Radweg recht gleichmässig leicht ansteigend. Das lässt sich prima fahren, weil man einen angenehmen Rhythmus finden und beibehalten kann. Wir spürten den Wind und wechselnden Gegenwind, was aber gegenüber Regen die bessere Alternative war. Was die Stecke ab Günzburg anstrengender machte waren kleine, bissige Anstiege. Nach Günzburg muss man ordentlich klettern, um in der hübschenAltstadt einen Kaffee zu trinken. Das hat aber weder uns noch die vielen anderen Radler abgehalten.

Günzburg

Günzburg – Fahrradansturm

Nach der Pause ging es in munterem Auf – und Ab schweisstreibend bis nach Pfaffenhofen. Eine exzellente Vorbereitung für die Überquerung der Schwäbischen Alb am kommenden Tag. Zumindest tut es gut das zu denken, wenn man wieder im kleinsten Gang einen dieser kraftraubenden, fiesen kleinen Anstiege hoch-hechelt.

In Pfaffenhofen trafen wir unsere Freunde Markus und Susanne und ihre kleine Tochter Sophie. Die Strapazen wurden beim Grillen getröstet und mehr al wett gemacht.

Übernachtungstipp Pfaffenhofen: Das Pub “Fiddlers Green” hat 2 saubere Zimmer zu vermieten für 40Euro. Das Essen im Pub ist absolut empfehlenwert und wenn man Glück hat gibt es Live Musik! Allerdings gibt es kein Frühstück

FiddlersGreen Irish Pub: Biergarten

FiddlersGreen Irish Pub, Pfaffenhofen

https://fiddlersgreenpub.de/

Barcelona Erfahrungen (1)

Liebe Freunde,

nachdem wir vor 10 Tagen in Barcelona angekommen sind haben wir gemerkt, wieviel Gluuck wir wirklich mit dem Wetter hatten auf unserer Radtour. Während wir am Samstag bei bestem Wetter unseren letzten Reisetag hatten stöhnte die ganze Region am Sonntag unter starken Regenfällen und Überschwemmungen. Wären wir da noch unterwegs gewesen hätten wir ein echtes Problem gehabt.

So konnten wir uns darauf konzentrieren unsere müden Muskeln zu pflegen und uns auszuruhen.

Es ist eine interessante Erfahrung, dass wir nach den fast 4 Wochen auf den Rädern in Barcelona sich plötzlich ein Gefühl von Leere breit machte. Während der Fahrradtour waren wir mit Streckenplanung, Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten, Gepäcktaschen aus- und wieder einpacken beschäftigt, dann Stunden auf den Rädern, das tägliche Waschen der verschwitzten Fahrradkleidung – die Tage w

aren gefüllt und folgten einem Rhythmus – und der war nach dem Erreichen des Ziels nicht mehr relevant. Eine Lehre aus dieser Situation für zukünftige Fahrradreisen wird sein, dass wir am Zielort nicht zuviel Zeit einplanen.

Inzwischen sind wir besser in einem “normalen Urlaubsrhythmus” angekommen und streifen zu Fuss durch die Stadt und die Umgebung. Am Wochenende fand der “Cavatast” in Sant Sarduni (Penedés) statt. Das heisst das rund 50 Cavahersteller dort ihre Cavas (Sekt mit Flaschengärung) präsentieren und dazu gibt es Leckereien zum Essen aus der Region. Das Cavafest findet jedes Jahr am ersten Oktoberwochenende statt und ist von Barcelona aus prima mit der Bahn zu erreichen (Linie R4 ab Plaza Catalunya).

Cava Tast meal 2014

Cava Tast meal 2014

Sant Sarduni de Penedés

Sant Sarduni de Penedés

Grundsätzlich scheint es uns als wären mehr Touristen in Barcelona als vor 2 Jahren. Der Park Guell war dermassen von Besuchern und Verkäufern überlaufen, dass wir so schnell es ging geflüchtet sind. Das hatten wir noch nie… Und auch der Eintritt zu grossen Teilen des Parks und beim Hospital Sant Pau ist neu.

Hospital San Pau, Barcelona

Hospital San Pau, Barcelona

 

Was man überall in Katalunien und in Barcelona sieht sind die Forderungen nach der Abstimmung zur Unabhängigkeit am 9. November. Es ist immer wieder erstaunlich wie weit die Darstellungen des Themas in der katalanischen und der zentral-Spanischen Presse aus einander gehen. Und mit welcher Polemik und beinahe Abscheu die Berichterstattung aus Madrid vor sich geht. Ich habe grosse Schwierigkeiten das Vorgehen von Madrid zu verstehen – für mich ist es ein Grundrecht seine Meinung äussern zu können und nur das steht hinter dem 9. November. Die Katalanen wollen eine Meinungsumfrage ob die Bevölkerung für oder gegen die Unabhängigkeit ist. Was man mit dem Ergebnis macht, welche Optionen es gibt (oder nicht gibt) ist offen. Aber schon die Meinungsumfrage wurde verboten, begleitet von Drohungen und Beschimpfungen. Es wird spannend sein zu sehen, was passiert und es bleibt zu hoffen, dass der Konflikt nicht eskaliert.

"It is normal to vote"  Catalans advertising for independence vote on 9th November 2014

“It is normal to vote”
Catalans advertising for independence vote on 9th November 2014